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18.02.2012, 13:17 Uhr Übersicht | Drucken
Sängerstadt-Gymnasium wird moderner Campus
Feierliche Übergabe der ,,ehemaligen Inneren“ erfolgte gestern an den Schulträger


Nach langer Bauzeit und etlichen Verzögerungen war es endlich soweit. Umbau und Sanierung der ehemaligen Inneren des Krankenhauses zum Campus sind abgeschlossen, so dass am gestrigen Freitag endlich die offizielle Übergabe von der Stadt an den Landkreis  Elbe-Elster als Träger der Schule und an das Sängerstadt-Gymnasium als Nutzer erfolgen konnte.



Bürgermeister Jörg Gampe übergab im Beisein zahlreicher Vertreter aus Politik, Wirtschaft, der Architekten, Planer und von Baufirmen den Schulbau an den Landrat Christian Jaschinski. Der Landkreis Elbe-Elster ist Träger und das Sängerstadt-Gymnasium Finsterwalde Nutzer der Einrichtung. Der vom bekannten Architekten Max Taut als Kinderheim für die Stadt entworfene und vom Industriellen Max Koswig wesentlich mitfinanzierte Bau wurde 1913 feierlich eingeweiht und unter dem Dach der Evangelischen Kirche bis 1943 betrieben. Später war es Lazarett und in der DDR „Innere Abteilung“ des Krankenhauses Finsterwalde. Nach der Wende stand das Gebäude lange leer und wurde 2008 von der Stadt erworben. Als gemeinsame Initiative von Kreis, Stadt und Sängerstadt-Gymnasium nahm nach  langem Ringen der Gedanke vom Schulcampus Gestalt an. Seit 2010 erfolgte die Sanierung und Ertüchtigung als Schulgebäude entsprechend der Aufgabenstellung des Landkreises als Schulträger. Die Redner würdigten, dass trotz baulicher Schwierigkeiten das Gebäude zu einem architektonischen Schmuckstück und modernen funktionalen Schulbau für das Gymnasium geworden ist. Die Umsetzung des Bauvorhabens war als Modellprojekt ExWoSt (experimenteller Wohnungs- und Städtebau) für die Stadt eine Herausforderung. Beim Umbau galt es, an diesem Architekturdenkmal Auflagen der Denkmalbehörden einzuhalten und trotzdem ein modernes, funktionales Schulgebäude zu schaffen.

Gleichzeitig beweist das gelungene Projekt, dass eine energetische Sanierung an einem Einzeldenkmal möglich ist. Die Stadt konnte als Bauherr Fördermöglichkeiten über das Bund/Länderprogramm Stadtumbau Ost Für lebenswerte Städte und attraktives Wohnen – „Teilprogramm zur Förderung der Rückführung der städtischen Infrastruktur und für Aufwertungsvorhaben“ - soziale Infrastruktur nutzen. Verbaut wurde eine Summe von gut 3,1 Millionen Euro. Davon kamen 90 Prozent aus Fördermittelzuwendungen – stolze 2 842 830 Euro. Schulleiter Eberhard Heise und sein Vorgänger Karl-Ulrich Hennicke freuten sich gestern für Schüler und Kollegen des Sängerstadt-Gymnasiums über nun sechs großzügige und modern ausgestattete Unterrichtsräume für den Deutsch-, Kunst- und Musikbereich sowie die dazugehörigen Vorbereitungsräume.

Ebenso über den kombinierten Speise- und Veranstaltungssaal, moderne Räume für Schulleitung und Stellvertreter sowie Sekretariat und Schülervertretung. Platz finden werden auch Bibliothek und Lager sowie technische Räume. Sanitäranlagen wurden auf dem neuesten Stand realisiert und ein moderner Aufzug eingebaut. Das Gebäude ist komplett barrierefrei. Besonders fallen die liebevoll erhaltenen und original nachgebauten historischen Elemente ins Auge. An der Außenfassade sind zum Beispiel die restaurierte Balkonstrecke und die sanierten Jugendstilelemente der Hingucker. Im Innenhaus sind historische Türen und Geländer sowie Schmuckelemente restauriert worden. Das gesamte Bauvorhaben lief unter der Gesamtregie von IPROLausitz mit Sitz in Dresden. Werner Jentzsch hatte als Bauleiter die Fäden vor Ort in der Hand und musste den Einsatz von 36 verschiedenen Firmen, vornehmlich aus der Region, koordinieren. Restauratorin Evelyn Waldmann aus Nexdorf begleitete die Arbeiten denkmalschützerisch.Nächstes Bauvorhaben wird dieTeilsanierung des jetzigen Schulgebäudes als weiteres Taut-Gebäude sein. Fertigstellungsziel ist für2013 geplant – im Herbst begehen beide Schulgebäude ihr 100jähriges Bestehen. Das Neubaugebäude des Sängerstadt-Gymnasiums in der Tuchmacherstraße wird mindestens bis zum Abschluss aller Sanierungsmaßnahmen genutzt. Jürgen Weser/jgw2

20.02.2012, 13:21 Uhr

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